Künstler

Charles Backford
Geboren 1974 in Harare / Zimbabwe

Nach High School Abschluss in Harare beginnt Charles Anfang der 1990er Jahre im Utonga-Studio als Assistent von Tapfuma Gutsa mit der Bildhauerei. Von Gutsa, einem der bedeutendsten „Second Generation“-Ikonen der Bildhauerszene Zimbabwes, sowie dem inzwischen verstorbenen Künstler Gerald Takawira erlernt er die Techniken der Steinbearbeitung. Nach einer sechsmonatigen Lehrzeit findet er Aufnahme im Residenzprogram von Chapungu Sculpture Park und kommt dort in Kontakt mit internationalen Künstlern wie dem Japaner Masaji Asagi sowie renommierten zimbabwischen Bildhauern, allen voran Dominic Benhura und Eddie Masaya. Von ihnen erhält Charles vielfältige Anregungen und entwickelt nach und nach seinen eigenen Stil. Gleichzeitig bringt ihn die zweijährige Arbeit im Künstlerprogramm von Chapungu in Kontakt mit Kunstliebhabern, Privatsammlern und Galeristen aus aller Welt, die fortan seine Werke für ihre Galerien erwerben und mit ihm Ausstellungen organisieren.

Für seine Skulpturen verwendet Charles bevorzugt harte Steinsorten, wie Springstone, Verdite, Lepidolite und Leopard Stone. Thematisch ist er wenig festgelegt. Neben Tierdarstellungen und der Beziehung zwischen Mensch und Natur greift er in seinen Abstraktionen, wie I am Watching you, Lovers und Together Forever, immer wieder das Thema menschliche Beziehungen auf.

Auswahl nationaler und internationaler Ausstellungen:

  • De Paul University Art Gallery, Chicago 1993
  • Expo 2000, Hannover (2000)
  • National Gallery, Harare (2001)
  • Agio International Sculptural Symposium, Harare (2005)

Witness Bonjisi

Hineingeboren in eine Künstlerfamilie entwickelt Witness Bonjisi schon während seiner Schulzeit in Tafara, am Stadtrand von Harare, ein Faible für Kunst. Geprägt durch seinen älteren Bruder Lameck, der ihm die handwerklichen Fertigkeiten der Bildhauerei vermittelt, sowie Bildhauerikone Nicholas Mukomberanwa, bei dem er 1992 in die Lehre geht, entwickelt sich Witness in den 1990er Jahren zu einem der talentiertesten Künstler Zimbabwes. Noch heute tragen seine Skulpturen die Handschrift seiner Lehrmeister Nicholas und Lameck: die stilsichere Linienführung, die Fähigkeit zur kraftvollen Abstraktion – so bei Hidden Agenda – , die vollendete Harmonie in seinen stärker figürlichen Werken, wie bei African Beauty und Black Princess. Es ist faszinierend Witness bei der Arbeit zuzusehen – mit welcher Sicherheit er das Potential eines Steines erkennt und vor seinem inneren Auge den Plan für ein neues Werk entwickelt; wie er dann mit Kreidestrichen diesen Plan auf den Stein skizziert und schließlich mit Präzision und technischer Perfektion umsetzt.
Witness verwendet für seine Skulpturen gerne den harten Springstone und setzt als Stilmittel oft die Kontrastierung von polierten und unbearbeitenden Flächen ein. Seine Werke wurden bislang u.a. auf Ausstellungen in Frankreich, Holland, Belgien, Deutschland, Schweiz, England und den USA gezeigt.

Auswahl internationaler Ausstellungen:

2002 Zuva Gallery, Arizona, USA
2002 Shamwari Gallery, Oakland, SF, USA
2003 World Economic Forum, Schweiz.

Tracy Chatsama

Andamiyo Chihota
Geboren 1976 in Chitungwiza / Zimbabwe

Obwohl in Chitungwiza geboren wuchs Andamiyo in Guruwe auf, einer Region im Norden des Landes, die schon aufgrund der Künstlerkolonie Tengenenge traditionell eines der Zentren der zimbabwischen Steinbildhauerei ist. So kommt auch Andamiyo frühzeitig in Kontakt mit Künstlern - darunter die „First Generation“-Ikone Henry Munyaradzi, den er als Jugendlicher regelmäßig besucht und von dem er sich noch heute inspiriert fühlt. Schon als dreizehnjähriger Schüler nutzt er jede freie Minute, um die Bildhauerei zu erlernen. Der bekannte Künstler Edronce Rukodzi nimmt ihn als Assistent in sein Atelier auf, wo er zunächst das Polieren der Skulpturen übernimmt. Rukodzi bringt ihm die unterschiedlichen Techniken der Steinbearbeitung bei und führt ihn 1993 in die Tengenenge Art Colony ein, der auch heute noch als Mitglied angehört. Inzwischen ist Andamiyo allerdings nach Chitungwiza zurückgekehrt und arbeitet zusammen mit seinem Bruder Singi im Chitungwiza Art Centre.

Für seine Arbeiten verwendet Andamiyo zumeist einen etwas weicheren, farbigen Serpentine aus einem der Guruwe-Steinbrüche. Seine schwungvollen Vogeldarstellungen, so Seagull und Calling a Mate, strahlen eine angenehme Ruhe aus. Wie alle seine Skulpturen, so auch Still in my Mind, sind sie ganzflächig poliert und weisen Andamiyos Markenzeichen auf: dekorativ herausgearbeitete Augen.

Auswahl internationaler Ausstellungen:

  • Museum of Art, San Diego (1997)
  • Deutsch-Afrikanisches Bildhauersympo-sium, St. Andreasberg (2002)
  • Shona d`Afrique II, Montreal 2006
  • Rice Lake Gallery, Montreal 2007

Singi Chihota
Geboren 1975 in Centenary / Zimbabwe

Singi verbringt einen Teil seiner Kindheit in Chitungwiza bevor er Mitte der 1980er Jahre nach Guruwe zieht. Dort, in einem der Zentren der zimbabwischen Steinbildhauerei, beginnt er bereits als Vierzehnjähriger seinerseits mit der Bildhauerei, assistiert zunächst seinem Vater beim Polieren seiner Skulpturen und erhält 1989 eine Einladung in der Künstlerkolonie Tengenenge zu arbeiten. Ab Mitte der 1990er Jahre wechselt er in die Werkstattschule seines Cousins, dem bekannten Künstler Edronce Rukodzi, wo er ab 1996 die Ausbildung von Nachwuchsbildhauern übernimmt. Inzwischen ist Singi nach Chitungwiza zurückgekehrt und arbeitet zusammen mit seinem Bruder Andamiyo im Chitungwiza Art Centre.

Für seine Arbeiten, wie Time to Bloom, verwendet Singi zumeist einen etwas weicheren, farbigen Serpentine aus einem der Guruwe-Steinbrüche. Thematisch ist Singi nicht festgelegt: „I find my inspiration in the daily life, the spirit world and in the nature“. So treten neben Vogeldarstellungen, wie Scratching Bird oder Looking for Food, die Beschreibung menschlicher Verhaltensweisen, wie Proud of Myself.

Auswahl internationaler Ausstellungen:

  • Zimbabwe Heritage Exhibition (1994/1998)
  • Fen Bank of Atlanta (1995)
  • Museum of Art, San Diego (1997/1998)
  • Shona d`Afrique II, Montreal 2006
  • Rice Lake Gallery, Montreal 2007

Stephen Chikeya

Rememberance Chikuruwo

Thomas Chikwiramakom

Chenjerai Chiripanyanga

Chatwell Hwata

Phenious Leon

Collen Maduwapera
Geboren 1977 in Ruwa / Zimbabwe

“Although my work is constantly changing, I generally like to portray various aspects of human life, as well as nature. I like to convey human emotions and phenomena through birds and other themes that I observe in nature and in the people that live around me”

Als eins von acht Geschwistern wächst Collen Maduwapera im ländlichen Ruwa auf. Nach Schulabschluss an der Rufningoko High School in Bromley arbeitet er von 1989 bis 1992 zunächst als Lehrer an der St. Vincent Secondary School. Schon während der Schulzeit zeigt sich Collens künstlerisches Talent als er seine Freunde in Lebensgröße porträtiert. Ein Zusammentreffen mit dem bedeutendsten Bildhauer Zimbabwes, Nicholas Mukomberanwa, führt 1994 schließlich dazu, dass er seinen Job im Bildungsministerium aufgibt und sich Vollzeit der Kunst widmet. Beeinflusst von Mukomberanwa, der zum Mentor des früh verwaisten Collen wird und ihn in sein Atelier aufnimmt, beginnt er zu bildhauern. Zusammen mit den inzwischen verstorbenen Künstlern Itayi Tauzeni und Gerald Takawira baut er 1997 schließlich sein eigenes Atelier in Ruwa auf. Doch auch dann bleibt die enge Bindung zu Nicholas Mukomberanwa bestehen. So nimmt Collen 1999 an einem von Nicholas organisierten Workshop teil, in dem Nachwuchsbildhauer in ländlicher Abgeschiedenheit mehrere Monate zusammen leben und arbeiten und ihren Stil von außen unbeeinflusst entwickeln können.

Das Werk vieler Schüler Mukomberanwas zeigt dessen Handschrift, doch – sieht man von Itayi Tauzeni ab – hat sich diese bei kaum einem so ausgeprägt wie bei Collen. Das bezieht sich weniger auf den Stil als auf die Individualität und die Durchdachtheit seiner Skulpturen. Collen hat kein brand, kein Markenzeichen, wie andere Bildhauer, deren Arbeiten man an einem bestimmten Gesicht, einer besonderen Linienfüh-rung oder Bearbeitungstechnik erkennen kann. Seine Vogeldarstellungen stehen für sich, sind mal schön designt, oft zum Nachdenken anregend abstrahiert oder wie Birds Metamorphosis, in der man je nach Betrachtungswinkel eine Eule oder einen Adler erkennen kann, genial durchdacht. Mit dem Spirit Messenger greift Collen dagegen ein Thema aus der Shona-Mythologie auf – er ist das Medium, das Botschaften der Verstorbenen übermittelt.

Vor kurzem hat Collin eine kleine Landparzelle außerhalb von Ruwa zwischen den Grundstücken der inzwischen verstorbenen Meisterbildhauer Henry Munyaradzi und Nicholas Mukomberanwa gekauft. Hier bildet nun er selbst Nachwuchsbildhauer aus – in der Tradition seines großen Vorbilds und Mentors. Er nennt sein Atelier Muzinda – Area of Origin of Art, eine Reminiszenz an das Wirken von Henry und Nicholas.

Godwin Madzinga

Maynard Maenzanise

Last Mahwahwa

Josphat Makenzi

Kaunda Maliti

Nicodemus Mamvura
Geboren 1969 in Buhera / Zimbabwe

Nach Beendigung seiner Schulzeit an der Makumbe Mission im Manicaland begann Nicodemus im Alter von 17 mit der Bildhauerei. Angeleitet und beeinflusst wurde er dabei zunächst von seinem älteren Bruder dem international renommierten Künstler Albert Mamvura. Stil prägend für seine Abstraktionen war sicherlich auch die langjährige Zusammenarbeit mit den Bildhauern Arthur Fata, Amos Supuni und Gift Muchenje. Nicodemus, dessen Werke bislang in Südafrika, Deutschland und Holland gezeigt wurden, arbeitet derzeit zusammen mit einer Gruppen von Bildhauern in der Silveira House Mission in Tafara, nahe Harare. Über Dancing Queen schreibt er: „She has got the motion; when she dances everybody looks and dances together with her. She moves her body so swiftly and tenderly. Surely she is the Dancing Queen.”

Charles Manyaura

Arthur Manyengedzo
Geboren 1979 in Mashvingo/Zimbabwe

Arthur Manyengedzo beginnt mit 19 seine professionelle Bildhauerlaufbahn, wobei er zunächst als Assistent für Ronnie Dongo arbeitet, den Sohn des First Generation-Bildhauers Joseph Ndandarika. Mit 20 findet er Aufnahme im Chapungu Residence Progamm, schließt sich dort den beiden Künstlern Ignatius Zhuwakiyi und Dino Baradza an, die beide positiven Einfluss auf seine weitere Entwicklung nehmen. Inzwischen arbeitet er im Chitungwiza Art Center, eines der größten Bildhauerzentren Zimbabwes, das sich durch seine innovative Kunst international einen Namen gemacht hat. Arthur gehört zu den beachtenswerten Neuentdeckungen in der Künstlerszene des Landes. Seine Vogelabstraktionen, so Powerful Eagle und Hopeful Bird sind erfrischend anders und heben sich in ihrer Lebendigkeit wohltuend von den zumeist naturalistischen Vogeldarstellungen seiner Bildhauerkollegen ab. Seine teils giacomettiartigen Skulpturen, so Sisters in Harmony oder Longing for you kennzeichnet eine formschöne Eleganz. Andere Skulpturen, wie A Model oder Waterspirit zeigen eine schwungvolle Leichtigkeit in ausgewogener Harmonie.

Arthurs Werke wurden bislang in Galerien in Belgien, Holland, Südkorea, Australien und Deutschland ausgestellt

Tinashe Manyengedzo

Josiah Manzi

Josiah Manzi gehört zur ersten Generation der Bildhauer Zimbabwes. Der Sohn malawischer Immigranten schließt sich 1966 der Künstlergemeinde Tengenenge an, beginnt autodidaktisch mit der Bildhauerei und erarbeitet sich schnell einen unverwechselbaren Stil. Aufgrund seiner originellen Skulpturen etabliert er sich als einer der führenden Bildhauer der Gemeinschaft, erhält nationale Preise und Ehrungen innerhalb der jährlich stattfindenden Zimbabwe Heritage Exhibition. Ab Mitte der 1980er Jahre folgen inter-nationale Ausstellungen in Australien und Europa. Im Gegensatz zu anderen Bild-hauern der ersten Stunde bleibt er trotz künstlerischen Erfolges in Tengenenge und ist heute der namhafteste dort arbeitende Künstler.

Josiahs Skulpturen-welt ist ein Mikrokosmos skurriler Geschöpfe, die Ausgeburten eines genetischen Supergaus zu sein scheinen: groteske Fabelwesen mit Froschkopf, Stirnhöcker und dreizehigen Füßen, anatomische Wunder mit deplatzierten oder überdimensionierten Extremitäten, Menschen, die zu Antilopen oder wie bei Man Turning into a Rhino zu Nashörnern metamorphosieren. Seine Figuren wirken aber keines-wegs beängstigend, vielmehr handzahm. Sie strahlen eine heitere Gelassenheit aus, so, als sei für sie der Prozess der Metamorphose ein ganz normaler Vorgang und nur für den Außenstehenden ungewöhnlich. Die durch-gängig polierten Oberflächen des von ihm vorzugsweise verwendeten schwarzen Serpentins und die runden weichen Formen lösen beim Betrachter einen Streichelreflex aus. Angsteinflößende Horrorgestalten würden auch gar nicht zu dem zurückhaltend vergnüglichen Josiah passen, den es amüsiert, in der natürlichen Ordnung der Dinge herumzupfuschen.

Josiah Manzi wird u.a. in folgenden Veröffentlichungen erwähnt:

Joosten, Ben: Sculptors from Zimbabwe. The First Generation; Doodeward 2001, S.239-249

Meyer, Fritz: Zimbabwe Skulptur heute, Nürnberg 1998, S.43/43

Leyten, Harrie: Tengenenge; Berg en Dal 1994, S.91

Rohde, Eckart/Helmut Rohde: Beseelte Steine. Skulpturen aus Zimbabwe, Hamburg 1998, S.34/35

Farison Maposa

Kumbirai Marezwa

Tonderai Marezwa

Eddie Masaya
Geboren 1960 in Nyanga / Zimbabwe

Geboren in den Eastern Highlands, einem der ehemaligen Zentren der zimbabwischen Steinbildhauerei, kommt Eddie mit dieser Kunstrichtung zunächst eher zufällig in Kontakt. Aus einem Artikel in der African Times über Claud Nyanhongo, Bernhard Manyandure und Moses Masaya erfährt er, dass sein Cousin Moses inzwischen zu einem berühmten Künstler der sogenannten „First Generation“ geworden ist. Fortan lässt ihn die Idee, selbst Bildhauer zu werden, nicht mehr los. Nach seinem Schulabschluss 1980 zieht er nach Harare, lebt dort mit Moses zwei Jahre zusammen und erlernt von ihm die technischen Fertigkeiten der Steinbearbeitung. Stilprägend wird dann aber später die Zusammenarbeit und langjährige Freundschaft mit Brighton Sango in Guruwe, dessen afrikanischer Kubismus neue Akzente in der Bildhauerei gesetzt hatte. Zusammen mit Tapfuma Gutsa und Norbert Shamuyarira bilden sie Anfang der 1990er Jahre eine Gruppe von „Jungen Wilden“, die bewusst thematisch und stilistisch mit den Traditionen der „Ersten Generation“ bricht.

Anfangs legte Eddie großen Wert auf polierte Oberflächen und sah darin den eigentlichen Wert einer Skulptur: „Als Anfänger versuchte ich durch das Polieren meiner Skulpturen auf Hochglanz absolute Perfektion zu erlangen. In Guruwe begann ich, mich immer weiter von dem Ansatz zu entfernen und gröbere Formen sowie kontrastierende Texturen zu erforschen.“ Fortan belässt er dem Stein seine Form und Rauheit, somit seine Individualität, bedient sich nur der kontrastierenden Texturen im Stein, die er durch unterschiedliche Bearbeitungstechniken hervorhebt. Dadurch strahlen seine Skulputuren aus dieser Phase bewundernswerte Natürlichkeit und Kraft aus und bieten vielfältige Betrachtungsweisen. Nach dem tragischen Tod von Brighton Sango wird Eddie 1995 in das von Roy Guthrie gegründete Künstlerprogramm von Chapungu Sculpture Park aufgenommen, wodurch sein Werk stärker in den Focus internationaler Galeristen und Kunstliebhaber gerät und zunehmend auf Ausstellungen weltweit gezeigt wird. In seinen neusten Werken, The Family, Togeher as one und Deep Sea spielt Eddie mit der Kontrastierung von polierten und unbearbeitet aber gewachsten Oberflächen und erzeugt dadurch im Stein eine wunderschöne Farbigkeit.

Eddie Masaya wird u.a. erwähnt in:

  • Steinskulpturen aus Zimbabwe, Botanischer Garten Hamburg, 1998, S.32/33
  • Sultan, Oliver: Life in Stone, Harare 1999, S.29
  • Hope – Zeitgenössische Steinskulpturen aus Zimbabwe, Diez 2003, S.53
  • Chapungu. Custom and Legend. A Culture in Stone, Chicago 2003, S.48/49, 122/123, 164/165, 200
  • Sibanda, Doreen: Zimbabwe Stone Sculpture. A Retrospective 1957-2004, Harare 2004, S.96

Cephas Mashaya

Vinbai Mashaya

Taurai Masona

Victor Matafi
Geboren 1983 uin Hwedza/Zimbabwe

Victor beginnt seine Bildhauerlaufbahn 2003 als Assistent seines Bruders Washington und seines Freundes Elvis Mamvura. In seinen Skulpturen findet sich die Handschrift Washingtons wieder. Ähnlich wie die seines älteren Bruders wirken auch Victors in sich verdrehte Abstraktionen, wie To my Infinity Way und Open Heart, als seien sie aus einem plastisch verformbaren Material und nicht aus hartem Springstone oder dem von ihm gerne benutzten etwas weicheren Green und Golden Opal Stone. Seit mehreren Jahren arbeiten die Brüder im Chitungwiza Art Centre. Victors Skulpturen wurden auf Ausstellungen in Australien, den USA, Holland, Kanada uns Südafrika gezeigt.

Richard Mteki

Maudi Muhoni

Nesbert Mukomberanwa
Geboren 1969 in Buhera / Zimbabwe

Nesbert fertigte seine ersten Skulpturen bereits im Alter von 14. Nach erfolgreichem Schulabschluss durchlief er als Siebzehnjähriger eine zweijährige informelle Bildhauerausbildung im Workshop seines Onkels Nicholas Mukomberanwa, dem fraglos bedeutendsten Künstler Zimbabwes. Diese Jahre waren prägend, denn Nicholas vermittelte ihm nicht nur die technischen Fertigkeiten der Steinbearbeitung, sondern vor allem die Bedeutung künstlerischer Integrität, unbeeinflusst vom kommerziellen Erfolg anderer, einen individuellen Stil zu entwickeln. Nesbert löste sich 1989 von seinem familiären Vorbild und gründete mit befreundeten Künstlern ein eigenes Atelier in Chitungwiza. Hier wurde er im Verlauf der Jahre zu einer Künstlerpersönlichkeit; heute gilt er als einer der wichtigsten Vertreter der sogenannten „Second Generation“. Neben seinem kreativen Schaffen hat er inzwischen seinerseits die Rolle des Lehrers übernommen und führt junge Künstler in seinem Workshop an die Steinbildhauerei heran.

Seine zumeist figurativen Skulpturen, wie Woman in the Shade oder The Model, weisen weiche, runde Formen auf, die auf eine harmonische Übereinkunft zwischen Künstler und Medium schließen lassen. Andere Werke wie My Reflections oder Imaging from the Rock zeigen Nesberts oft bevorzugte minimalistische Näherung an den Stein. Hier greift er die rauhe Textur des Steins auf und kontrastiert sie mit herausgearbeiteten polierten Flächen, oft reduziert nur auf ein Gesicht.

Nesberts Skulpturen sind inzwischen mehrfach u.a. auf der jährlichen Heritage Exhibition der Nationalgalerie in Harare ausgezeichnet worden. Weltweit Anerkennung findet sein Werk durch Ausstellungen u.a. in den USA, Namibia, Holland, Deutschland, Belgien und Südafrika.

Nesbert Mukomberanwa wird u.a. in folgender Veröffentlichung erwähnt:

  • Doreen Sibanda: Zimbabwe Stone Sculpture – A Retrospective 1957 - 2004, Harare 2004, S.119

Taguma Mukomberanwa
Geboren 1978 in Ruwa / Zimbabwe

Taguma ist der jüngste Sohn von Nicholas Mukomberanwa, dem bedeutendsten Bildhauer Zimbabwes und einem der herausragenden Künstler Afrikas. Ähnlich wie seine Brüder Anderson, Laurence und Tendai erlernte Taguma bereits als Jugendlicher die Bildhauerei von seinem inzwischen verstorbenen Vater. Doch während vor allem Anderson sich vom Stil seines familiären Lehrmeisters löste, einen gänzlich neuen Skulpturentypus entwickelte und sich zeitweise auch der Malerei widmete, erkennt man Nicholas Handschrift im Werk Tagumas deutlich wieder. Natürlich hat er noch nicht die großartige Stilsicherheit seines Vaters erreicht oder dessen Perfektion der präzisen Linienführung. Doch wenn überhaupt jemand eines Tages das künstlerische Erbe von Nicholas kongenial antreten kann – schlechte Kopisten seines Stils gibt es in Zimbabwe genug – dann wird es vermutlich Taguma sein. So erinnert die grafische Komposition seiner Skulpturen, sehr gut in Lovers erkennbar, an die expressiven picassoartigen Abstraktionen, die so kennzeichnend für das Spätwerk seines Vaters wurden. Auch seine vollplastischen figurativen Darstellungen, so sein Old Man, haben inzwischen einen bemerkenswert hohen Grad an Ausdrucksstärke erreicht.

Taguma verwendet für seine Skulpturen gerne den violettbraunen Cobalt und beherrscht die Bearbeitung auch der härtesten Steinsorten wie Springstone mit bewundernswerter Perfektion. Diese technischen Fertigkeiten verleiten ihn vielleicht bei einigen Skulpturen noch zu sehr dazu, dem Stein seinen Willen aufzuzwingen, während Nicholas ja das Bildhauern immer als Interaktionsprozeß zwischen Künstler und dem beseelten Medium Stein sah, sich bewußt von ihm leiten ließ. Fraglos wird Taguma diesen Schritt auch irgendwann gehen und in den „Dialog mit dem Stein“ treten.

Taguma Mukomberanwa wird u.a. in der folgenden Veröffentlichung erwähnt:

  • Hope 2004 – Zimbabwe Sculptures. Botanischer Garten Berlin, 2004, S.42/43

Jasper Mukuna
Geboren 1978 in Bulawayo/Zimbabwe

Jasper beginnt bereits als Jugendlicher künstlerisch herumzuexperimentieren. Inspiriert von seinem Onkel Peter und seinem Vater Sylvester erschafft er Skulpturen aus Holz und Metall oder Büffelhorn, bemalt Straußeneier und wagt sich kurzzeitig auch an Elfenbeinschnitzerei heran. Nach zwei Jahren Zusammenarbeit mit Bezel Stanley in dessen Sondela Art Curios Atelier in Bulawayo zieht Jasper 1998 nach Harare und beginnt dort mit der Steinbildhauerei. Protegiert von Figie Mombe in der von ihm gegründeten Künstlerbewegung Young Artist of Zimbabwe entwickelt er sehr schnell einen eigenen Stil und zeigt seine Skulpturen schon bald auf Ausstellungen in Harare und Kapstadt. Durch die intensive Zusammenarbeit mit Bildhauerpersönlichkeiten wie Jonathan Mhondorohuma, Washington Msonza, Lameck Bonjisi und Lephati Gonda perfektioniert er nach und nach seinen Stil, der sich klar von seinen künstlerischen Vorbildern abhebt. Jaspers abstrakte Tierdarstellungen sind teilweise verspielt, wie Spirit of the Winner, teilweise kraftvoll, wie Gentle Giant oder Well Fed. Oft verwendet er für seine Werke den extrem harten schwarzen Springstone oder den etwas weicheren Cobalt Stone. Über seine Kunst sagt er: “Art is song. There´s a voice. It is what on chooses to make it but I chose to make it an expression. Expression of different feelings, emotions, thought – those which I inject in stone giving birth to a bare kind of warmth – In Stone.”

Manners Mukuwiri
Geboren 1979 in Danhiko/Zimbabwe

Obwohl er schon frühzeitig ein Faible für Kunsthandwerk und Kunst entwickelt, durchläuft Manners nach Schulabschluß zunächst eine Ausbildung zum Elektriker – um dann schließlich doch Bildhauer zu werden. Manners ist seit seiner Kindheit an den Rollstuhl gefesselt. In seinem künstlerischen Schaffen sieht er sich nicht von seiner Behinderung beeinträchtigt, empfindet sie eher als eine Art Inspirationsquelle. Allerdings fühlt er sich als behinderter Künstler in der zimbabwischen Gesellschaft oft zurückgesetzt. In einem in Shout-Africa erschienenen Artikel kritisiert Manners das Verhalten ihm gegenüber: „Many people deject the works of the disabled people and even some thinks I am here to beg since I spend most of my entire life moving around in this wheelchair. This has caused countless of my potential customers to look down on my pieces but I should thank my family for inspiring me, they are the source of my strength.”Dennoch strahlen seine teils kubistischen Skulpturen, wie Embracing for Love und Three Sisters, für die er zumeist Serpentine oder Springstone verwendet, Zuversicht und Selbstvertrauen aus. In Usain – The Winner porträtiert Manners die Siegerpose des jamaikanischen Weltklassesprinters Usain Bolt. Neben Steinskulpturen fertigt er zudem kunstvolle Weißblechminiaturen aus leeren Getränkedosen und bezeichnet dieses Kunsthandwerk als „recycled art“.
(Zitat aus dem Artikel: Zimbabwe: Disability not inability von Alan Rushesha in Shout-Africa, 17.5.2012)

Rasheas Mukwaira

Tichaona Mushonga

Lincon Muteta
Geboren 1975 in Harare

Ein spezifisches Interesse an der Bildhauerei entwickelt sich bei Lincon Muteta bereits während seiner Schulzeit im Alter von vierzehn. Maßgeblichen Anteil daran haben zwei Künstler: Moses Masaya, bedeutender First Generation - Bildhauer führt ihn an die Bildhauerei heran, vermittelt ihm ein Gefühl für den hohen kulturellen Wert dieser Kunst, prägt vor allem seinen Respekt vor dem Stein. Denny Kanyemba lehrt ihn die technischen Fertigkeiten der Steinbearbeitung und nimmt ihn zwei Jahre in sein Atelier auf. Trotz viel versprechender Zusammen-arbeit löst sich Lincon schließlich von Kanyemba, um unbeeinflusst seinen eigenen Stil stärker entfalten zu können, und richtet sich 1991 ein eigenes Atelier in Chitungwiza ein.

Für Lincon ist Bildhauerei eine Form non-verbaler Kommunikation, gleichsam ein Weg, tägliche Erlebnisse, Eindrücke, Situationen in Stein festzuhalten, auf diese Weise zu verarbeiten und darüber zu sprechen. Gleichzeitig ist sie ihm ein Medium, um die Mythen des Shona-Volkes zu konservieren. Im Zentrum steht dabei immer das Weibliche. Seine Abstraktionen, wie Dancing Shadow, Together we Live oder Woman with Pride, sind von schwungvoller Leich-tigkeit und Eleganz. Seinen figürlichen Werken, so Mother´s Love, Woman with Dignity und Mother Comforting Child, ver-leiht er durch unterschiedliche Bearbei-tungstechniken eine wohltuende Leben-digkeit.

Lincon Mutetas Skulpturen wurden mehrfach für die Zimbabwean Heritage Exhibition in der Nationalgalerie ausgewählt und außerhalb Zimbabwes in Kirstenbosh/Südafrika sowie in Galerien in Europa, Nordamerika und Australien ausgestellt.

Nickson Muti
Geboren 1979 in Mutare/Zimbabwe

Like many Zimbabweans, Nickson Muti’s roots began in the Mutare rural area where he was born on November 11, 1979. He attended primary school in Mutare, but after his mother passed away at a time, when he described himself as “too young,” his elder brother assumed responsibility for him. He then moved to Harare where he received his secondary school education and began his education in life, adjusting to the challenges of urban life as orphan.

Zimbabwean youths living in and around Harare often receive their exposure to the sculpture arts through another established artist and Nickson’s experience was not differ-rent. In 1991, Nickson was introduced to the art of sculpting by 2nd generation artist, Tamo Kanyangee, as an assistant, who cleaned the pieces and in the process learned art and skill of stone sculpting. The economic hardships of Zimbabwean life often force young aspiring artists to accept less than favourable apprenticeships in order to break into the business.

Nickson transitioned himself from an apprentice to an artist with his first piece, “Believers.” This piece casted a church choir, which reflected his belief in the family unit and God. Nickson explained to Kush, “Everything we do and can do, we must believe to God.” Carving pieces of families expresses his love for his family and what family means to him and the importance of family within Shona culture. Going to church at an early age, with his mother, father and brother reinforced his connectedness with his family and spirituality. Those memories continue to inspire and motivate him. Sculpting enables Nickson to affirm his Shona culture and he expresses it in ways that can teach his fellow countrymen.

The economic potential of the art business offers hope to ghetto youths like Nickson, but that hope often seems bleak, especially when buyers try to give them unfair prices for their art. The daily challenges of selling in the Harare markets allow Nickson to appreciate the efforts of Kush to promote Shona artists and to help them improve their living conditions.

Only the hardest stones, like Serpentine and Springstone, bear the signature of Nickson Muti. The challenge of sculpting hard stones, the amount of effort it requires, and the satisfaction he feels when he’s done sculpting, assure Nickson that he has completed a piece worthy of his name and reputation. Nickson hopes that his effort will enable him to secure international exposure in galleries and museums.

(Text entnommen: Kush Shona Art Collection)

John Nengomasha
Geboren 1981 in Harare / Zimbabwe

Schon während seiner Schulzeit in Chitungwiza begann John mit der Bildhauerei. Als Vierzehnjähriger half er den etablierten Künstlern Lincon Muteta und Tonderai Marezva beim Polieren ihrer Skulpturen und erlernte von ihnen die unterschiedlichen Techniken der Steinbe-arbeitung. Nach erfolgreichem Highschool-Abschluß wendete sich John professionell der Bildhauerei zu und entwickelte schnell einen unverwechselbaren Skulpturentypus. Sein Stil trägt die Handschrift von Lincon Muteta, dessen schwungvolle Linienführung zur Vorlage für die lebendige Formgebung von Johns Skulpturen wurde. Er arbeitet bevorzugt mit Springstone und versteht es auf bewundernswerte Weise diesen extrem harten Stein so zu behandeln, als wäre er eine biegsame, leicht zu modellierende Masse. John setzt einen thematischen Schwer-punkt auf Alltagsdarstellungen: das Zusammentreffen von Freunden oder Familienmitgliedern, wie in Family Reunion oder Welcome, das Spielen von Kindern, so Dance around Together oder Playtime, oder das sich Aufwärmen eines Sportlers, das er in Stretching darstellt.

  • Johns Skulpturen wurden bislang u.a. in den USA, Deutschland und Belgien ausgestellt.

Vinbei Ngoma

Joel Nhete

Nyagato

Temba Nyagato

Eckel Nyamhondoro
Geboren 1972 in Guruwe / Zimbabwe

Eckel wächst im ländlichen Guruwe im Norden Zimbabwes in einer kinderreichen Familie auf – sein Vater hat 4 Frauen und 29 Söhne und Töchter. Um Geld zu verdienen bricht er die Schule frühzeitig ab und erlernt ab 1992 unter Anleitung seines Cousins Enos Chengo die Bildhauerei. Für acht Jahre schließt er sich der Künstlerkolonie Tengenenge an und arbeitet zeitweilig in den Edronce Rukodzi Studios, dem Atelier des bekannten Bildhauers Rukodzi. Unter dem Einfluss verschiedener Künstler fühlt er sich hier ermutigt, herumzuexperimentieren, um seinen markanten, unverwechselbaren Stil zu entwickeln.

Thematisch läßt sich Eckel gelegentlich von der Shona Mythologie inspirieren. Er selbst attestiert seinen Skulpturen eine spirituelle, kontemplative Qualität und versucht in einigen seiner Werke die Einheit zwischen Mensch und Natur bildlich darzustellen: „I depict the unity between man and nature in the hope of encouraging a consideration and appreciation of that connection.“ Oft beschreibt er aber auch nur, wie bei Thinking about you oder Time of Laughing Geschichten und Situationen des täglichen Lebens.

Eckel verwendet für seine Arbeiten bevorzugt Cobalt, Springstone, Fruit Serpentine und Opal Stone. Seine figürliche Skulpturen sind vollplastisch, bewußt überläßt er, wie bei Cultural Discussion, dem Betrachter die Entscheidung, welches die Vorder- oder Rückseite eines Werkes ist. Ein besonderes Markenzeichen sind die wunderschön herausgearbeiteten Haare, mit denen er seine Figuren kunstvoll dekoriert. Eckel hat an einer Vielzahl internationaler Ausstellungen und Bildhauersymposien u.a. in den USA, Polen, Südafrika, Nordirland, Kanada, Belgien, Italien und Holland teilgenommen. Zudem unterstützte er mit seinen Skulpturen eine von der Deutschen Botschaft und der Nationalgalerie in Harare organisierte Fund Raising Ausstel-lung für HIV-Waisenkinder.

Auswahl internationaler Ausstellungen:

  • Museum of Art, San Diego (1997)
  • Pierce Museum, Zürich (1998)
  • Deutsch-Afrikanisches Bildhauersymposium, St. Andreasberg
  • Agio International Sculptural Symposium, Harare (2005)

Collen Nyanhongo
Geboren 1972 in Nyanga / Zimbabwe

Als jüngerer Bruder von Agnes, Gedion und Brian Nyanhongo wächst Collen beinahe automatisch in die Künstlertradition der Nyanhongos hinein. Schon in früher Kindheit wird er von seinem Vater Claud an die Bildhauerei herangeführt und erlernt von ihm den Umgang mit den Werkzeugen. Während der Schulzeit arbeitet er in den Ferien in dessen Atelier, eine Künstlerlaufbahn scheint programmiert. Doch nach Beendigung der High School in Nyanga durchläuft er am College eine Ausbildung in Buisiness Administration und Marketing Management und schließt diese 1995 erfolgreich ab. Um neben der theoretischen Ausbildung auch praktische Erfahrungen zu sammeln, arbeitet er in dieser Zeit nebenbei als Verkaufsassistent in der Mabwe-Galerie in Harare. Dahinter tritt die Bildhauerei zwangsläufig zunächst zurück; nur gelegentlich greift Collen während der Semesterferien zu Hammer und Meißel und stellt einige seiner Werke in der Mabwe-Galerie aus. Zahlreiche Gespräche mit Künstlern der Galerie, darunter Godfrey Kututwa, aber auch die Perspektivlosigkeit auf dem zimbabwischen Arbeitsmarkt einen einträglichen Job zu finden, führen dazu, dass sich Collen ab 1996 professionell der Bildhauerei zuwendet

Collen selbst sieht seine ersten Werke noch beeinflusst durch seine familiären Vorbilder Claud und Gedion sowie Godfrey Kututwa. Inzwischen ist es ihm gelungen, sich hiervon zu lösen und sowohl stilistisch als auch thematisch eine Individualität zu entwickeln. Dabei lässt er sich zumeist von der Einfachheit des Steins selbst anregen, nur selten sucht er andersherum für eine Idee oder ein Motiv den passenden Stein. In vielen seiner Werke, so bei African Queen oder Brid´s Eye View abstrahiert er vom rein Figürlichen oder zumindest von der eigentlichen, sichtbaren Gestalt eines Lebewesens. Auch Imagination zeigt, wie sehr sich in den letzten Jahren sein Stil zu abstrakteren Formen hin entwickelt hat. Seine Vogeldarstellungen, wie Caring Birds, strahlen wiederum eine wohltuende Ruhe aus. Collen ist sehr selbstkritisch und immer auf der Suche, seinen Stil zu perfektionieren. Dazu passt auch, dass er für seine Skulpturen vielfach den harten Springstone verwendet, "if you make a sculpture of springstone, you know you have made a sculpture for centuries."

Die Anerkennung seines Werkes spiegelt sich darin wider, dass seine Skulpturen inzwischen nicht nur national sondern auch internatio-nal in Galerien ausgestellt werden. So gehören einige seiner Arbeiten zur ständigen Sammlung des Chapungu Sculpture Park in Harare, andere wurden in der Eton-Gallery in England, in Perth/Australien sowie in der World Art Foundation in Eerbeek/Holland ausgestellt. In Eerbeek leitete Collen 1998 zudem einen workshop für Amateur-Bildhauer.

Collen Nyanhongo wird u.a. in folgenden Veröffentlichungen erwähnt:

  • Hope – Zeitgenössische Steinskulpturen aus Zimbabwe, Diez 2003, S.78-81

Euwitt Nyanhongo
Geboren 1973 in Nyanga/Zimbabwe

Als eines der Jüngsten der Nyanhongo-Geschwister begann Euwitt bereits als Zwölfjähriger mit der Bildhauerei und schlug 1993 eine Laufbahn als Vollzeitbildhauer ein. Unter Anleitung seines Vaters Claud erlernte er schnell die technischen Fertigkeiten der Steinbearbeitung, seine Geschwister Agnes und Gedion vermittelten ihm das Gefühl für figurative Gestaltung. In nur wenigen Jahren entwickelte er seinen individuellen Stil, und nur noch in vereinzelten Werken erkennt man hier und da die Handschrift seiner Lehrmeister. Euwitts Abstraktionen, darunter immer wieder Reminiszenzen an die Shona-Mythologie wie das von ihm dargestellte The Visionary oder der Fortune Teller, sprechen eine eigene Sprache und ziehen den Betrachter unwillkürlich in den Bann. Manchmal wirken sie bedrohlich, oft erscheinen sie von dieser Welt entrückt. Seine Darstellungen menschlicher Beziehungen wie

One Side of the Story, besonders auch seine feinsinnigen Porträts wie Best Student, zeigen wiederum ein hohes Maß an Empathie und präziser Beobachtungsgabe. Für seine Skulpturen verwendet Euwitt bevorzugt harte Steinsorten wie Springstone, Leopard Stone, Lapidolite und Opal Stone. Seine Werke wurden u.a. in Galerien in Holland, Deutschland, Belgien, Australien, Kanada und den USA ausgestellt.

Euwitt Nyanhongo wird u.a. in folgenden Veröffentlichungen erwähnt:

  • Hope – Zeitgenössische Steinskulpturen aus Zimbabwe, Diez 2003, S.82/83

Bywell Sango
Geboren 1979 in Guruwe/Zimbabwe

Bywell ist einer der jüngeren Brüder von Brighton Sango, dessen afrikanischer Kubismus stilprägend für eine Reihe von zimbabwischen Bildhauern wurde. Als Assistant seines Bruders begann er als Vierzehnjähriger in Guruwe mit der Bildhauerei und ließ sich stilistisch stark von seinem 1997 verstorbenen familiären Vorbild beeinflussen. Ähnlich wie Brightons Werke wirken Bywells kubistische Skulpturen trotz ihrer klaren Linienführung nie statisch, sondern strahlen, wie Dancing eine gewisse Leichtigkeit aus. Seine Vogelskulpturen The Wish to Fly und Sun Bathing Bird zeigen darüber hinaus sein wunderbares Gefühl für die abstrakte Darstellung.

Über sein Werk sagt Bywell: ”Any sculptures above become to set in its way. It needs some changes in expectations and more possibilities for development. My inspiration does not derive from Shona myth but rather from the shape of the stone itself. It uses the power of pure abstraction to covey-performed emotion, without the use of recognisable images and it can be personal. It can express my emotional relations to particular situation. On my work I put more details and maintain neatness.”

Für seine Skulpturen verwendet Bywell harte Steinsorten wie Springstone sowie die weicheren Cobalt und Opal Stone. Seine Werke wurden mehrfach auf der Annual Heritage Exhibiton in der National Gallery in Harare ausgezeichnet.

Patrick Sephani

Saverhi Shirva

Tazvitya Tago

Rukodzi Taurai

Tsiwanai Tsikai

Panashe Wadawarewa
Geboren 1978 in Guruve / Zimbabwe

Die Nähe zur Künstlerkolonie Tengenenge führte dazu, dass sich Panashe Wadawareva schon als Jugendlicher für Kunst zu interessieren begann. Mit 13 erlernte er den Umgang mit den Werkzeugen, nach Schulabschluss in Guruve zog er 1995 nach Harare und arbeitete dort zunächst als Assistent des bekannten Künstlers Maganizo Vissencio. Inzwischen ein eigenständiger Bildhauer gehört Panashe heute einer sehr kreativen Künstlergruppe um Maganizo an, die ihr Atelier in Tafara am Stadtrand von Harare hat.

Panashe hat ein Faible für Vogelabstraktionen entwickelt, die wie In Harmony oder The Wish to Fly, eine wunderbare Lebendigkeit ausstrahlen.

Für seine Skulpturen verwendet er harte Steinsorten wie Springstone und Lepidolite, aber auch den etwas weicheren Opaline. Seine Arbeiten wurden mehrfach in Holland und Deutschland ausgestellt.

Godfrey William

Rickson Zaware
Geboren 1977 in Murehwa / Zimbabwe

„My art is based on the past in relation to modern events, the feeling and attitude of people in different situations and the sphere of influence of Shona customs”

Nach Abitur an der Zengezha High School in Chitungwiza begann Rickson 1997 ohne formale Ausbildung mit der Bildhauerei. Angeleitet wurde er dabei von seinem Schwager, dem erfolgreichen Künstler Tago Tazvitya, dem er zunächst als Assistent beim Polieren seiner Skulpturen half. Sehr schnell entwickelte Rickson dann jedoch individuelle Ideen und fing an in einem sehr markanten kraftvollen Stil eigene Kunstwerke zu schaffen. Gleichzeitig arbeitete er im vom United Nations Development Program geförderten Chitugwiza Art Center von 1999-2002 als Verkaufsassistent und Ansprechpartner für UNDP und das National Art Council of Zimbabwe.

Rickson verlangt vom Betrachter eine intensive Beschäftigung mit seinen Werken. Und wirklich erschließt sich einem der hintergründige Witz seiner schwungvollen Abstraktionen wie Greatest Times und Squashing Couple zumeist erst beim zweiten Hinsehen. Er bevorzugt harte Steinsorten wie Springstone, Cobalt und Fruit Serpentine für seine Skulpturen, die inzwischen in Galerien in den USA, Kanada, Holland und China sowie auf der Expo in Hannover ausgestellt wurden.

Thomas Zinyeka
Geboren 1972 in Gokwe-District; gestorben 2011 in Harare

Thomas Zinyeka war einer der talentiertesten Bildhauer Zimbabwes. Geboren und aufgewach-sen im ländlichen Gokwe-District erhielt er erst Anfang der 1990er Jahre den Anstoß eine Bildhauerlaufbahn einzuschlagen. Nach Beendigung der Schule in der St.Mary´s Mission zog er 1990 zu seinem zehn Jahre älteren Bruder Gladman, der zu diesem Zeitpunkt bereits ein international anerkannter Künstler war. Angeleitet durch ihn sowie dessen Freund Albert Mamvura, inspiriert aber vor allem auch durch die Werke der First Generation-Ikone Joseph Ndandarika entwickelte Thomas bald Ideen für eigene Skulpturen und setzte seine Vorstellungen in Stein um. Dabei lehnte er sich stilistisch anfangs stark an seine Vorbilder an. Um unbeeinflusst einen eigenen Stil entwickeln zu können, trennte er sich schließlich 1993 von seinem Bruder und arbeitete seitdem im eigenen Atelier in Harare.

Dennoch charakterisieren bestimmte Stilmerkmale Thomas Skulpturen, die man durchgängig auch bei Gladmans Werken wiederfindet. Ähnlich wie sein Bruder lenkte er durch Überdimensionierung den Blick auf Hände oder Füße. Hände waren für Thomas das zentrale Ausdrucksmittel menschlicher Kommunikation: In In Good and Bad Times sind sie Ausdruck der Zusammengehörigkeit in anderen Werken oft des Schutzes. Seine figürlichen Arbeiten wie What Have I Done oder Thoughtfulness überzeugen durch ihre ausgewogene, dem Betrachter interessante Perspektivwechsel ermöglichende Dreidimensionalität. Thomas selbst sah sich hier beeinflusst durch das Werk Ndandarikas, der für seine stets stimmige figurative Darstellungsweise bekannt war. Abstrakte Arbeiten wie Elephant Abstract zeigen Thomas kreatives Potential, das Skulpturen beeindruckender Expressivität entstehen ließ. Im Gegensatz zu Gladman, dessen Figuren oft tief melancholisch oder depressiv wirken, mündeten bei Thomas Kreativität und Witz immer wieder auch in humorvolle Darstellungen, die ein hohes Maß an Lebensfreude ausstrahlen.

Bis zu seinem Tod lebte Thomas mit seiner Frau Sarah und seinen beiden Kindern Prosper und Gladis in Harare. Seine Skulpturen wurden 1995 während der Zimbabwe Heritage Exhibition in der National Gallery/Harare ausgestellt, sowie in Galerien in Belgien, den Niederlanden, Deutschland und Atlanta/USA.

Thomas Zinyeka wird u.a. in folgenden Veröffentlichungen erwähnt:

  • Butor, Michel: Sculptures Contemporaines du Zimbabwe, Paris 1998, S.14 und 41.
  • Hofmeier, R./Mehler,A. : Kleines Afrika-Lexikon, München 2004, S.36

Yentroge Zvabata

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